KINDER & FAMILIE

Sicherheit darf sich sicher anfühlen.

Kinder müssen nicht alle Risiken kennen. Sie brauchen Erwachsene, die ruhig bleiben, ehrlich erklären und Vorbereitung in überschaubare Aufgaben und Spiele verwandeln.

Ruhig erklären

Kurze, ehrliche Antworten. Keine dramatischen Details und keine dauernden Krisenbilder.

Routine erhalten

Essen, Schlafen, vertraute Gegenstände und kleine Rituale geben Orientierung.

Mitmachen lassen

Kleine Aufgaben geben Kindern Selbstwirksamkeit, ohne ihnen Verantwortung für die Sicherheit der Familie aufzubürden.

Was passt zu welchem Alter?

0–2 Jahre

Nähe & Verlässlichkeit

  • vertraute Bezugspersonen möglichst zusammenhalten
  • Ess- und Schlafrhythmus soweit möglich beibehalten
  • Kuscheltier, Schnuller, Windeln und vertraute Nahrung einplanen
  • Stress nicht ausführlich erklären – beruhigen und körperliche Nähe anbieten
3–6 Jahre

Einfach & spielerisch

  • in wenigen Sätzen erklären, was gerade passiert
  • Taschenlampen-Suche oder Rucksack-Packspiel daraus machen
  • ein vertrautes Spielzeug in die Notfalltasche wählen lassen
  • Fragen wiederholt beantworten; Rückschritte oder Anhänglichkeit nicht bestrafen
7–10 Jahre

Kleine Aufgaben

  • Treffpunkt und wichtige Namen/Telefonnummern üben
  • Wasser zählen, Radio bereitlegen oder Taschenlampen prüfen lassen
  • „Was funktioniert ohne Strom?“ als Entdeckerspiel nutzen
  • Ängste ernst nehmen und falsche Vorstellungen ruhig korrigieren
11–14 Jahre

Mitplanen

  • Familienplan gemeinsam besprechen
  • eigene kleine Tasche sinnvoll packen lassen
  • Warnmeldungen und verlässliche Informationsquellen erklären
  • Freunde und Kontaktmöglichkeiten im Familienplan berücksichtigen
15–17 Jahre

Verantwortung dosieren

  • bei Kommunikation, Erste-Hilfe-Grundlagen und Planung einbeziehen
  • konkrete Aufgabe vereinbaren, aber nicht zum „Ersatz-Erwachsenen“ machen
  • Gerüchte und Social-Media-Inhalte gemeinsam prüfen
  • Rückzug ermöglichen und Gesprächsangebote offen halten
SPIEL STATT ANGST

Sechs einfache Familienideen

Taschenlampen-Rallye

Wer findet Lichtquellen und weiß, wo Ersatzbatterien liegen?

Ohne-Strom-Detektive

Gemeinsam entdecken, was zuhause ohne Steckdose funktioniert.

Rucksack-Challenge

Aus vorbereiteten Dingen auswählen: Was ist wichtig, was nur schwer?

Treffpunkt-Memory

Wer kennt Treffpunkt, Kontaktperson und wichtige Telefonnummer?

Radio-Reporter

Eine offizielle Meldung gemeinsam hören und in eigenen Worten erklären.

Ruhe-Insel

Decke, Buch, Karten, Stifte oder Kuscheltier als vertrauten Rückzugsort bereithalten.

Wenn Kinder Angst zeigen

Anhänglichkeit, Schlafprobleme, wiederholte Fragen, Bauch- oder Kopfschmerzen, Reizbarkeit oder Rückzug können nach belastenden Ereignissen auftreten. Sicherheit vermitteln, zuhören und Alltag zurückbringen hilft häufig. Halten Beschwerden an, werden stärker oder beeinträchtigen den Alltag deutlich, sollte fachliche Unterstützung hinzugezogen werden.

FÜR DEN KÜHLSCHRANK

Familienplan & Kinder-Notfallkarte

Treffpunkt, Kontaktpersonen, Medikamente und wichtige Hinweise gemeinsam eintragen und ausdrucken.

Vordrucke öffnen

Inhaltlich orientiert an Empfehlungen des BBK und des National Child Traumatic Stress Network. Vorbereitung ersetzt bei akuter Gefahr keine behördlichen Anweisungen oder professionelle medizinische bzw. psychologische Hilfe.