Kurze, ehrliche Antworten. Keine dramatischen Details und keine dauernden Krisenbilder.
Essen, Schlafen, vertraute Gegenstände und kleine Rituale geben Orientierung.
Kleine Aufgaben geben Kindern Selbstwirksamkeit, ohne ihnen Verantwortung für die Sicherheit der Familie aufzubürden.
Was passt zu welchem Alter?
Nähe & Verlässlichkeit
- vertraute Bezugspersonen möglichst zusammenhalten
- Ess- und Schlafrhythmus soweit möglich beibehalten
- Kuscheltier, Schnuller, Windeln und vertraute Nahrung einplanen
- Stress nicht ausführlich erklären – beruhigen und körperliche Nähe anbieten
Einfach & spielerisch
- in wenigen Sätzen erklären, was gerade passiert
- Taschenlampen-Suche oder Rucksack-Packspiel daraus machen
- ein vertrautes Spielzeug in die Notfalltasche wählen lassen
- Fragen wiederholt beantworten; Rückschritte oder Anhänglichkeit nicht bestrafen
Kleine Aufgaben
- Treffpunkt und wichtige Namen/Telefonnummern üben
- Wasser zählen, Radio bereitlegen oder Taschenlampen prüfen lassen
- „Was funktioniert ohne Strom?“ als Entdeckerspiel nutzen
- Ängste ernst nehmen und falsche Vorstellungen ruhig korrigieren
Mitplanen
- Familienplan gemeinsam besprechen
- eigene kleine Tasche sinnvoll packen lassen
- Warnmeldungen und verlässliche Informationsquellen erklären
- Freunde und Kontaktmöglichkeiten im Familienplan berücksichtigen
Verantwortung dosieren
- bei Kommunikation, Erste-Hilfe-Grundlagen und Planung einbeziehen
- konkrete Aufgabe vereinbaren, aber nicht zum „Ersatz-Erwachsenen“ machen
- Gerüchte und Social-Media-Inhalte gemeinsam prüfen
- Rückzug ermöglichen und Gesprächsangebote offen halten
Sechs einfache Familienideen
Wer findet Lichtquellen und weiß, wo Ersatzbatterien liegen?
Gemeinsam entdecken, was zuhause ohne Steckdose funktioniert.
Aus vorbereiteten Dingen auswählen: Was ist wichtig, was nur schwer?
Wer kennt Treffpunkt, Kontaktperson und wichtige Telefonnummer?
Eine offizielle Meldung gemeinsam hören und in eigenen Worten erklären.
Decke, Buch, Karten, Stifte oder Kuscheltier als vertrauten Rückzugsort bereithalten.
Wenn Kinder Angst zeigen
Anhänglichkeit, Schlafprobleme, wiederholte Fragen, Bauch- oder Kopfschmerzen, Reizbarkeit oder Rückzug können nach belastenden Ereignissen auftreten. Sicherheit vermitteln, zuhören und Alltag zurückbringen hilft häufig. Halten Beschwerden an, werden stärker oder beeinträchtigen den Alltag deutlich, sollte fachliche Unterstützung hinzugezogen werden.
Familienplan & Kinder-Notfallkarte
Treffpunkt, Kontaktpersonen, Medikamente und wichtige Hinweise gemeinsam eintragen und ausdrucken.
Inhaltlich orientiert an Empfehlungen des BBK und des National Child Traumatic Stress Network. Vorbereitung ersetzt bei akuter Gefahr keine behördlichen Anweisungen oder professionelle medizinische bzw. psychologische Hilfe.